Die Aufstellungsarbeit wurde von Bert Hellinger aus verschiedenen therapeutischen und philosophischen Ansätzen und Modellen entwickelt und von ihm und anderen Aufstellern in den letzten 30 Jahren stetig verändert und erweitert. Sie ist noch immer in der Entwicklung begriffen. Neue Erkenntnisse und Erfahrungen und wissenschaftliche Forschungsergebnisse werden in den kommenden Jahren das Gebiet der Aufstellungsarbeit erweitern und bereichern.
Die Aufstellungsarbeit basiert auf dem Phänomen der repräsentativen Wahrnehmung, das heißt, Menschen können stellvertretend die Gefühle anderer Menschen wahrnehmen, die an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit leben. Die Erfahrungen der modernen Quantenphysik decken sich mit dem Wissen der alten Weisheitslehren, dass es eine Wirklichkeit gibt, die transrational und transmental ist. Alles ist mit allem verbunden. Alles kann mit allem kommunizieren. Bert Hellinger spricht von einem Bewusstseinsfeld, das bestimmten Ordnungen unterliegt. Er bezeichnet seine Arbeit als phänomenologische Arbeit. Er sieht und benennt das Phänomen, ohne es wissenschaftlich zu erklären. Für die Erklärung verweist er u.a. auf die Erkenntnisse von Rupert Sheldrake.
Der Physiker Rupert Sheldrake stellte die nachprüfbare Hypothese der morphischen Resonanz auf und prägte den Begriff des morphischen Feldes. Morphische Felder sind genauso real wie andere Felder, etwa Gravitationsfelder oder Magnetfelder. Diese nehmen wir normalerweise auch nicht mit bloßem Auge wahr, aber an deren Existenz und Wirksamkeit zweifelt heute niemand mehr.
Zentrales Charakteristikum morphischer Felder ist ihre Fähigkeit, Informationen zu registrieren und sich dementsprechend zu verändern. Ihre Struktur hängt von den in der Vergangenheit aufgenommenen Informationen ab, sie verfügen damit über eine gewisse Art von Gedächtnis. Morphische Felder sind überall präsent, von der Bildung eines Kristalles, einer Aminosäure und einer Familie bis zur Bildung von Planeten und Galaxien. Diese Bewusstseinsfelder beeinflussen die Beziehungsdynamiken der Menschen. Sie sind wandelbar und können heilsam verändert werden.
Im Laufe der Jahre hat das Familienstellen in seiner Methodik eine deutliche Wandlung erfahren. Das Familienstellen in seiner ursprünglichen Form arbeitet überwiegend mit Sätzen, die eine heilende und lösende Wirkung zeigen. In den Aufstellungen zeigte sich später immer klarer, dass sich im Familiensystem Seelenbewegungen vollziehen, die an den Bewegungen der Teilnehmer sichtbar werden. So entstand eine erweiterte Methodik der Aufstellungsarbeit, die Bert Hellinger "Bewegungen der Seele" und später "Das Gehen mit dem Geist" nennt.
Der Aufstellende greift nur sehr wenig in diese Bewegungen ein. Die Arbeit wird damit immer differenzierter und dichter. Wenn der Aufstellende, der Klient und die Gruppe gesammelt sind, entsteht so ein Seelenbild der Familie und ihrer Bewegungen. Auch hier wird ein für die Seele wirksames neues heilendes "Lösungsbild" anstelle des alten Bildes gesetzt, das eine Lösung auf einer tiefen Ebene möglich werden lässt.
Diese Art der Aufstellungsarbeit setzt Stille, Sammlung und eine phänomenologische Haltung voraus, um damit arbeiten zu können.
Die Diskussionen um die Person von Bert Hellinger sind zurzeit äußerst kontrovers. Die Kritiken in der Presse stehen in deutlichem Kontrast zur Anerkennung, die sowohl Bert Hellinger persönlich als auch dem Familienstellen von Rat suchenden Menschen und Kollegen entgegengebracht wird. Das Familienstellen hat sich um die ganze Welt verbreitet und Bert Hellinger genießt im Ausland hohe Anerkennung. Wilfried Nelles zeigt in seinem Buch "Die Hellinger-Kontroverse" die Hintergründe dieser Kontroverse auf.
Beschenkt fühle ich mich durch persönliche Begegnungen und Veranstaltungen mit Bert Hellinger und alles, was ich an heilsamen Bewegungen durch ihn und die Aufstellungsarbeit selbst erfahren durfte. Ich bin sehr dankbar dafür. Mich an der Wirksamkeit der Arbeit und am Feedback der Teilnehmer auszurichten ist das, was für mich zählt.